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Venedig und seine Lagune

 
 

Am 21. Mai 2010 gegen 14.00 Uhr war es so weit und unser erster, etwas längerer Urlaub im sonnigen Süden begann.
Direkt von der Arbeit aus ging die Fahrt Richtung Süden über die A 61 bis in die Nähe von Freiburg. Ein befreundetes Ehepaar, Karin und Ralph, waren in Ihrem Womo mit von der Partie.
Auf einem Autohof an der A 5 war gegen 19.00 Uhr unsere erste Station. Nach einem guten Essen begann unser Urlaub mit einer ruhigen Nacht, wohlbehütet zwischen vielen LKWs.
Am nächsten Morgen, nach einem ausgiebigen Frühstück ging die Reise weiter Richtung Süden. Leider war der Stau vor dem Tunnel auf der Gotthard-Autobahn schon zu so früher Stunde so stark angewachsen, dass mit Wartezeiten von 2 Stunden zu rechnen war. Da dies von den Schweizern schon in Basel angezeigt wurde, haben wir uns entschlossen über den San Bernadino zu fahren.
Dank unseres Navis war in dieser Strecke eine Stadtrundfahrt durch Zürich enthalten. Wieder auf der Autobahn, stand einer ruhigen Fahrt bis zum Rastplatz kurz vor dem San Bernadino-Pass nichts mehr im Wege. Nach einer kurzen Rast und einem guten Espresso ging die Fahrt weiter durch den Bernadino-Tunnel da der Pass, bedingt durch Schnee, noch geschlossen war. Unsere erste Etappe in Italien sollte ein Stellplatz in Como am herrlichen Lago di Como sein.
Nach einer Irrfahrt durch Como mussten wir feststellen, dass dieser Stellplatz nicht mehr existierte.
Da es nicht so einfach war, mit zwei recht großen Womos durch Städte wie Como zu fahren, hatten wir uns entschlossen, etwas abseits der Touristenhochburgen unser Glück zu versuchen. Dank Promobil fanden wir einen schönen Stellplatz in einem ruhigen kleinen Stadtteil von Merate. Diesen erreichten wir nach einer Fahrt von ca. 1 Stunde, so gegen 19,00 Uhr. Außer einem Einheimischen, der dort an seinem Womo bastelte, hatten wir den Platz inkl. kostenlosen Stroms für uns alleine. Weit und breit war kein Restaurant oder Laden zu sehen und so wurde kurz entschlossen der Grill ausgepackt und alle, nicht eingefrorenen Würstchen darauf zu einem exellenten Abendessen verarbeitet.
Nach einer ruhigen Nacht und einem gemeinsamen Frühstück trennten sich unsere Wege.
Ralph und Karin fuhren Richtung Toskana und wir machten uns auf die Weiterfahrt nach Venedig.

 
  Da wir Zeit hatten, beschlossen wir, bis zu unserem nächsten Tagesziel keine Autobahn sondern nur Landstraßen zu nutzten. Das Ziel war Treviso, in der Nähe von Venedig und auch nicht sehr weit von unserem nächsten Ziel, einem Campingplatz in der Gegend um Cavallino Treporti, entfernt.
Die Fahrt durch den Norden Italiens, vorbei oder auch einmal durch Städte wie Bergamo, Brescia, Peschiera am Lago di Garda, Verona und Vicenza war sehr schön und sehenswert.
Einen Teil dieser herrlichen Städte werden wir bestimmt in einer unserer nächsten Touren besichtigen.
Die Nacht auf dem kostenlosen Stellplatz in Treviso war ruhig und so konnten wir am nächsten Morgen recht zeitig unser vorläufiges, erstes längeres Ziel ansteuern.
 
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  Aus einem Campingführer hatten wir uns einen Platz direkt am Meer und nicht allzu weit von der Schiffsanlagestelle in Punta Sabbione ausgesucht. Wir hatten auch Glück und auf dem ersten, von uns angefahrenen Campingplatz, mit dem Namen Cavallino in dem gleichnamigen Ort Cavallino Treporti, fanden wir einen schönen, leicht schattigen Platz unweit des Strandes.
Nachdem wir uns auf dem Platz für die nächsten Tage eingerichtet und alles, einschließlich des Rollers ausgeladen hatten, machten wir uns auf die erste Erkundungsfahrt. Natürlich mussten die Vorräte durch einen Einkauf ergänzt werden, damit auch die nächsten Tage ein Überleben gesichert war und abends der Grill seiner Bestimmung nachgehen konnte.
 
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Am nächsten Morgen machten wir uns recht zeitig auf den Weg nach Punta Sabbioni um mit einem der Wasserbusse (Vaporetti) unsere Expedition „VENEDIG“ zu starten. Fahrkarten für diese Wasserbusse bekommt man an fast allen Anlegestellen. Außer einfachen Tickets, die für eine Fahrt von ca. einer Stunde gelten, gibt es so genannte Touristen-Tickets mit einer Gültigkeit von 12 bis 72 Stunden. Mit diesen Tickets kann man Venedig und die darum liegenden Inseln super erkunden.
VENEDIG, eine wunderschöne Stadt, die jeder mindestens einmal besucht haben sollte. Die engen Straßen, Gassen, Brücken, Plätze und Höfe - werden nie aufhören, Sie zu bezaubern.

 
  Schon alleine die Anfahrt durch die Lagune Richtung Markusplatz ist ein Traum. Noch schöner wäre es allerdings, wenn nicht so viele Touristen gerade die Altstadt um den Markusplatz mit dem majestätischen Dom, dem eleganten Dogenpalast und den romantischen Gässchen bis zur Rialtobrücke, bevölkern würden. Aber viele möchten Venedig sehen und so sollte man nicht gerade in den Hauptsommermonaten oder an den Wochenenden dieser schönen Stadt einen Besuch abstatten.  
  Um uns einen Überblick über die Haupt-Sehenswürdigkeiten zu verschaffen haben wir erst einmal eine Rundfahrt mit dem Wasserbuss rund um das Zentrum von Venedig, einschließlich des Canale Grande (mit Rialto) gemacht. Wir haben dabei festgestellt, dass man gerade auf dem Canale Grande den schönsten Blick auf viele historische Gebäude und überfüllte teure Restaurants entlang des Canale hat.
Natürlich ist es ein Muss, die Gässchen und Plätze entlang des Canale auch zu Fuß zu erkunden. Dafür braucht man aber an manchen Stellen viel Geduld und ab und zu auch seinen Ellbogen. Sehenswert sind hier die alte Markthalle mit dem dazu gehörigen Platz, etwas oberhalb der Rialtobrücke, wo man frischen Fisch und Gemüse erstehen kann.

 Wunderschön anzuschauen sind auch die, trotz der saftigen Preise, viel genutzten Gondeln, die nicht nur den Canale Grande sondern auch so manch einen der kleineren Kanäle durchschippert. Aufregend wird es dann, wenn sich an einem Knotenpunkt in der Nähe des Markusplatzes Gondeln und Wassertaxis ins Gehege kommen und einen solchen Stau verursachen, dass es nicht mehr vor und nicht mehr zurück geht (eine wirklich aufregende halbe Stunde).
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  Ich denke, jeder hat oder sucht sich seinen Weg durch Venedig selber. Uns haben die etwas ab gelegeneren Plätze, Gässchen und Lagunen, ohne die Massen von Touristen, sehr gut gefallen. Dazu zählt auch die sehr alte, einzige Gondelwerkstatt von Venedig, die versteckt in einem Seitenkanal liegt.
Um alles von Venedig und den unzähligen kleinen und größeren Inseln zu sehen braucht man mehr Zeit als die von uns eingeplanten drei Tage. Dank der Wasserbusse konnten wir noch drei der bekannteren Inseln in der Umgebung besuchen.
Für Freunde schöner Glaskunst ist die Insel Murano, mit Ihren bekannten Glasbläsereien ein Muss. Die gefertigten Skulpturen, Figuren und Gläser sind wunderschön anzusehen und leider unbezahlbar. Aber auch sonst ist diese Insel, mit Ihren Vielen Kanälen und Brücken sehenswert.
Mit der gleichen Linie, die Murano anfährt kann man einen Abstecher auf die Friedhofsinsel Venedigs, nach San Michele, machen. Diese Insel, auf der früher ein Kloster war, ist heute unbewohnt. Für Besucher ist die Kirche San Michele, die der Insel Ihren Namen gegeben hat, sehenswert.
 
  alt Als besonders beschaulich und malerisch haben wir die Insel Burano empfunden. In ihren bunt bemalten Häuschen, die sich rechts und links der unzähligen Kanäle entlang ziehen, kann man Produkte aus Original Burano Spitzen sehen und in verschiedenen Formen kaufen. In dem am Hauptplatz gelegenen Spitzen-Museum kann man den Klöpplerinnen bei Ihrer Arbeit, der Spitzenstickerei über die Schultern sehen.
 Unser Fazit zu dieser Stadt mit Ihren vielen Sehenswürdigkeiten war sehr positiv und wir wußten schon damals, dass wir mindestens noch einmal wiederkommen.
Bis bald, Arrivederci Venedig!!
 
  Nachdem wir noch zwei Tage die Gegend um Cavallino mit dem Roller erkundet und uns ein wenig Ruhe von unserem Venedigbesuch gegönnt haben geht die Reise weiter Richtung Trieste.
Nach einem kurzen Abstecher mit Stadtrundfahrt durch Bibione geht die Reise weiter zu unserem nächsten Tagesziel, nach Grado.
Dieser schöne Ort liegt malerisch auf einer Landspitze im Golf von Trieste. Bei klarem Wetter kann man bestimmt die Lichter von Trieste und anderen kleineren Küstenstädten sehen.
Leider war das Wetter dort nicht mehr so schön und im Laufe des Abends zog es sich zu und in der Nacht fing es wie aus Eimern an zu regnen.
Da es am nächsten Morgen noch immer regnete und es überall, auch vom Meer her dunkel wie die Nacht war, entschlossen wir uns kurzerhand, die Richtung wieder zu ändern und Richtung Gardasee zu fahren.
Da es bei Regenwetter keinen Spaß macht über Landstraßen zu zuckeln ging es auf die nächste Autobahn. Erst einmal Richtung Venedig und von dort weiter Richtung Mailand.
Ab Verona wurde auch das Wetter wieder besser und wir kamen bei strahlendem Sonnenschein in die Region am Laggo di Garda.
 
  Wieder einmal hat unser Navi, es ist wirklich gut darin, die absolute Abkürzung von der Autobahn nach Bardolino, unserem nächsten Ziel, gefunden. Anstatt uns über eine gut ausgebaute Straße nach Lazise zu leiten, jagte es uns über eine, zwar asphaltierten Straße, die aber kaum breiter als unser Womo war. Die Landschaft war traumhaft mit schönen Weinbergen und vereinzelten Anwesen. Gott sei dank begegnete uns nur ein einzelner, verständnisvoller Einheimischer und wir erreichten nach einiger Zeit, die mir selber elend lang vorkam, endlich die Hauptstraße mitten in Bardolino.
Der angesteuerte Campingplatz La Rocca, ca. 2 Km hinter Bardolino erwies sich als Glücksgriff und entschädigte einen für die aufregende Anreise.
Nachdem wir unseren Platz für die nächsten Tage bezogen und uns häuslich eingerichtet hatten erkundeten wir die nähere Umgebung erst einmal zu Fuß. Vom Campingplatz gab es mehrere direkte Zugänge zum Strand des Sees und zu einem asphaltierten Weg entlang des Sees Richtung Bardolino und Garda.
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  alt Nach dem Genuss einer leckeren Tasse Cappu entschlossen wir uns, Bardolino noch mit dem Roller zu erkunden. Einfach ist es nicht, in Italien, auf einer viel befahrenen Hauptstraße mit Autos und Fahrradfahrern unfallfrei ans Ziel zu kommen. Aber wir haben es geschafft und konnten uns so in Ruhe den wunderschönen Ort anschauen und ein leckeres Eis genießen.

Am Gardasee gibt es sehr viel zu schauen. Landschaftlich liegt er wirklich einmalig und die vielen kleinen Städtchen entlang des Sees sind touristisch voll erschlossen und bieten für jeden Urlauber etwas. Auch Shoppingfreaks kommen hier voll auf Ihre Kosten. Von Montags bis Sonntags ist täglich in einem der Städtchen rund um den See Markt mit allem was das Herz begehrt.
 Wir haben mit unserem Roller einige dieser romantischen Städtchen besucht und sind an einem Tag mit dem Boot von Malcesine nach Limone und wieder zurück gefahren.
Auch ohne fahrbaren Untersatz sind die meisten Orte mit den Schiffen, dem Bus oder auch zu Fuß zu erreichen. Die Wege entlang des Sees sind gut ausgebaut und selbst für Leute, die mit Steigungen oder langen Wanderungen Probleme haben, gut zu gehen. Viele Bänke entlang des Weges laden zum Ausruhen und zum genießen dieser herrlichen Landschaft ein.
 
  Das Fazit dieser kurzen aber sehr schönen Zeit am Laggo di Garda ist für uns: Wir kommen wieder und werden auf unseren zukünftigen Italienreisen noch oft dort einige Tage Zwischenstadion machen.
Für die Heimreise haben wir vier Tage eingeplant. Da wir ungern immer wieder die gleiche Strecke fahren, wird immer wieder einmal die Karte studiert um eventuell andere Routen zu finden. So auch dieses Mal.
Das erste mal am Gardasee muss auch unbedingt eine komplette Umfahrung möglich sein. Gesagt, getan. Die Straße auf der östlichen Seite kannten wir ja schon und laut Straßenkarte sollte die westliche Seite auch gut ausgebaut sein. Heute weiß ich, dass diese Seite für Womos, die größer als ein VW-Bus sind, nicht unbedingt geeignet ist. Die ganze Strecke ist sehr eng an den Berg gebaut und führ oft durch enge Tunnel, in denen man möglichst mittig fahren muss um mit Markise und Alkoven auf der anderen Seite wieder heraus zu kommen.
Nach dieser Erfahrung haben wir die diese Straße in Salo verlassen und sind über Brescia, Bergamo und Lecco zum Laggo di Como gefahren.
 
 

Eine gut ausgebaute Straße entlang dieses Sees brachte uns zu unserem Tagesziel, nach Sorico. Auf einem schönen Stellplatz am nördlichen Comer See mit einem herrlichen Blick auf die umliegenden Berge, verbrachten wir einen ruhigen Abend mit einem schönen Spaziergang am See. Zu unserer Unterhaltung starteten mehrere Wind-Kiter auf dem See und faszinierten uns mit Ihren Künsten.Nach einer erholsamen, ruhigen Nacht ging die Reise Richtung Norden weiter. Über Chiavenna ging es bei Castasegna über die Schweizer Grenze weiter Richtung St. Moriz.

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Die Landschaft war einfach traumhaft und die Fahrt hat großen Spaß gemacht. Durch den Engadin ging es weiter Richtung Davos. Da viele Pässe immer noch nur mit Ketten befahrbar waren, mussten wir über Zernez und von dort über den Flüelapass (2.383 m) fahren.Es war der erste Pass, auf dem keine Schneekettenpflicht angezeigt war. Also nix wie rauf. Die Fahrt war angenehm, der Pass gut ausgebaut und die Landschaft einfach traumhaft. Bei strahlendem Sonnenschein, vorbei an grünen Wiesen, schönen Tälern und vereinzelten Häusern rechts und links ging es hinauf.

Ab einer Höhe von ca. 1.800 m veränderte sich die Landschaft. Auf den grünen Wiesen lag Schnee, der immer höher wurde, je mehr wir nach oben fuhren. Gott sei Dank war die Straße freigeräumt. Kurz vor dem Pass türmten sich rechts und links der Straße Schneemassen, höher als unser Womo. Oben angekommen fanden wir mit Mühe und Not einen Parkplatz. Viele andere Menschen mit Womos, Autos und Motorrädern standen dort, teilweise wie wir in kurzen Hosen, T-Shirt und Schlappen und bewunderten die Landschaft und natürlich den Schnee.

 
  Es war ein krönender unvergesslicher Abschluss unserer Italienreise.

Die anschließende Heimreise, mit einer letzten Übernachtung in Freiburg ging zügig über die Flüelapassstraße nach Davos und von dort Richtung Zürich auf die Autobahn.
 
           
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